Für ein Mopedauto bis 45 km/h reicht der Führerschein der Klasse AM, den es ab 15 Jahren gibt. Wer bereits einen Autoführerschein der Klasse B besitzt, darf ohne weitere Prüfung fahren. Beliebte Modelle wie der Ligier JS 50 bleiben im Unterhalt günstig, auch weil Ligier JS 50 Ersatzteile gebraucht erhältlich sind.
Welchen Führerschein braucht man für ein 45-km/h-Auto?
Die meisten Mopedautos gehören zur EU-Fahrzeugklasse L6e und fallen unter die Führerscheinklasse AM. Sie dürfen höchstens 45 km/h fahren, und ihre Leermasse ist auf 350 Kilogramm begrenzt, bei Elektromodellen ohne Batterie gerechnet. Das Mindestalter liegt bei 15 Jahren, ins Ausland darf man mit dem Fahrzeug erst ab 16. Der AM-Führerschein hat keine Probezeit, und die Fahrzeit mit Klasse AM wird später nicht auf die Probezeit des Autoführerscheins angerechnet. Das Dokument ist 15 Jahre gültig. Die Übersicht der Fahrerlaubnisklassen listet alle Klassen und ihre Voraussetzungen.
Ohne Führerschein geht es nicht. Eine Mofa-Prüfbescheinigung für Fahrzeuge bis 25 km/h reicht für ein Mopedauto nicht aus. Wer ohne passende Fahrerlaubnis fährt, macht sich strafbar. Für Mopedautos mit vier Sitzen ist außerdem der Pkw-Führerschein Pflicht, weil sie nicht mehr als Leichtkraftfahrzeug gelten.
Autobahnen und Kraftfahrtstraßen sind für Mopedautos tabu. Dort sind nur Fahrzeuge erlaubt, die bauartbedingt schneller als 60 km/h fahren können. Auch manche Abschnitte von Bundesstraßen sind als Kraftfahrtstraße ausgewiesen, erkennbar am blauen Schild mit weißem Auto. Für Stadt, Landstraße und den Weg zur Schule oder zum Supermarkt reicht das Tempo.
Warum entscheiden sich Familien für ein Mopedauto?
Für Jugendliche auf dem Land ist das Mopedauto oft die erste echte Unabhängigkeit. Busse fahren selten, und der Roller ist im Winter und bei Regen keine angenehme Alternative. Das Mopedauto hat ein Dach, eine Heizung und Platz für Schultasche und Einkäufe.
Der Weg dorthin kostet Zeit und Geld. Für den AM-Führerschein sind zwölf Doppelstunden Theorie à 90 Minuten vorgeschrieben, davon mindestens zwei zum klassenspezifischen Zusatzstoff. Dazu kommen Fahrstunden und zwei Prüfungen, die Gesamtkosten liegen meist zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Die Ausbildung kann ein halbes Jahr vor dem 15. Geburtstag beginnen, die praktische Prüfung ist einen Monat vorher möglich.
Eltern sollten beim Kauf oder Leasing an die Vertragsseite denken. Ein Minderjähriger darf das Fahrzeug fahren, kann aber nicht automatisch selbst einen Leasingvertrag abschließen. Meist unterschreiben deshalb die Eltern. Außerdem akzeptiert nicht jeder Anbieter minderjährige Fahrer, das sollte man vor dem Vertrag klären.
Neben dem Preis zählt für Eltern die Frage, wie viel Verantwortung ein 15-Jähriger schon tragen kann. Eine gemeinsame Probefahrt beim Händler und klare Absprachen zu Strecken und Mitfahrern helfen, bevor das Fahrzeug im Alltag unterwegs ist.
Ist ein Mopedauto auch für Senioren sinnvoll?
Für ältere Menschen mit Autoführerschein ist das Mopedauto eine Möglichkeit, mobil zu bleiben, ohne ein großes Auto zu unterhalten. Klasse AM ist in Klasse B enthalten, eine neue Prüfung ist also nicht nötig. Die geringe Höchstgeschwindigkeit und die kompakten Maße machen Parken und Rangieren einfacher.
Wichtig ist eine realistische Planung der Strecken. Wer regelmäßig in die nächste Stadt über eine Schnellstraße fahren muss, kommt mit einem 45-km/h-Auto nicht weit. Für Arztbesuche, Einkäufe und Fahrten im Ort passt es dagegen gut. Wer nie einen Führerschein hatte oder ihn abgegeben hat, muss die AM-Prüfung wie jeder andere ablegen, denn ein Mopedauto ist kein Fahrzeug ohne Fahrerlaubnis.
Bei Elektromodellen lohnt ein Blick auf die Förderung. Die aktuelle Bundesförderung für Elektroautos setzt ein Neufahrzeug der Klasse M1 voraus, Leichtkraftfahrzeuge der Klasse L6e sind davon ausgeschlossen. Regionale Programme können abweichen.
Welche Mopedautos gibt es, und worauf achtet man beim Gebrauchtkauf?
Neben Ligier bauen vor allem Aixam und Microcar klassische Mopedautos. Der Citroën Ami hat das Segment als kompaktes Elektromodell einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Die Modelle unterscheiden sich bei Antrieb, Ausstattung und Preis deutlich, rechtlich gelten für alle zweisitzigen Varianten dieselben Regeln.
Beim Gebrauchtkauf lohnt ein genauer Blick in die Fahrzeugpapiere. Ältere Leichtkraftfahrzeuge hatten oft mehr als 500 Kubikzentimeter Hubraum oder waren länger als drei Meter. Wer den AM-Führerschein nach dem 24. August 2017 erworben hat, darf solche Fahrzeuge nicht fahren, auch wenn Verkäufer das Gegenteil behaupten. Serviceheft und Zahl der Vorbesitzer geben zusätzlich Hinweise auf den Zustand.
Statt eines amtlichen Kennzeichens tragen Mopedautos ein Versicherungskennzeichen, das jedes Jahr zum 1. März erneuert wird. Kfz-Steuer fällt nicht an.
Was kostet ein Ligier JS 50 in Anschaffung und Unterhalt?
Mopedautos sind teurer, als viele erwarten. Die Dieselversion des Ligier JS 50 Sport Ultimate kostete in der Grundausstattung 17.780 Euro. Ihr Motor hat 480 Kubikzentimeter Hubraum und verbraucht laut technischen Daten des Ligier JS 50 rund 3,6 Liter auf 100 Kilometer. Die neue Generation gibt es auch elektrisch, die Preise beginnen bei 15.199 Euro. Mit der 8,28-kWh-Batterie kommt sie bis zu 123 Kilometer weit, mit dem größeren Akku bis zu 192 Kilometer. Ein ECO-Modus verlängert die Reichweite zusätzlich.
Im Alltag entstehen die größten Kosten durch Verschleiß und kleine Schäden. Kunststoffteile, Scheinwerfer oder Innenraumverkleidungen sind bei Kleinserien nicht immer schnell verfügbar. Gebrauchte Originalteile verkürzen die Wartezeit und senken den Preis. Weil der JS 50 seit 2013 gebaut wird, ist das Angebot an Gebrauchtteilen entsprechend groß. Warum das auch der Umwelt hilft, erklärt ein Beitrag darüber, wie gebrauchte Ersatzteile Umwelt und Geldbeutel entlasten.
Die Wartung unterscheidet sich je nach Antrieb. Dieselmodelle brauchen regelmäßige Inspektionen mit Öl- und Filterwechsel wie ein normales Auto, Elektromodelle haben deutlich weniger Verschleißteile. Die Prämie für das Versicherungskennzeichen hängt unter anderem vom Alter des Fahrers ab und liegt für junge Fahrer meist höher.
Für Reparaturen an Bremsen und Lenkung sollte eine Fachwerkstatt mit Erfahrung bei Leichtkraftfahrzeugen zuständig sein. Viele Ligier-Händler bieten eigene Meisterwerkstätten für Mopedautos an.
Würdet ihr eurem Kind ein Mopedauto kaufen, oder ist der Roller für den Anfang die bessere Wahl?






